Der steinige Weg der deutschen Digitalisierung – Unix-Pionierin Lorinda Cherry ist tot – Chiphersteller profitieren weiter – Rechenzentren werden immer leistungseffizienter  Bundesregierung prüft Starlink-Voucher für Gebiete ohne Breitband-Internet – 1.21 Gigawatt?! Delorean DMC-Serie feiert Revival als E-Variante

Der steinige Weg der deutschen Digitalisierung – geplante digitale Zeugnisse wohl nicht sicher genug

Ab dem kommenden Jahr sollen in Deutschland Schulzeugnisse digital ausgestellt werden. Bewerbungen bei Unis oder Ausbildungsbetrieben sollen durch die unkomplizierte Online-Verifizierung deutlich vereinfacht werden – so lautet zumindest der Plan. Nach den vergangenen Dilemmas wie dem digitalen Führerschein zeichnet sich aktuell erneut ab, dass die Überlegungen wohl in der Theorie deutlich besser funktionieren als in der Praxis. Noch bevor überhaupt an die Ausstellung des ersten digitalen Zeugnisses gedacht werden konnte, wurden bereits kritische Stimmen laut: Die von der Bundesregierung für den Schutz der Daten angedachte Blockchain-Technologie steht dabei nicht zum ersten Mal am Pranger. Viele Kritiker bescheinigen etwa der Verwendung digitaler Signaturen oder Zertifikaten ein deutlich höheres Sicherheitslevel. Die Bundesregierung steht vor einer Grundsatzfrage, für die es dringend einer Antwort bedarf, wenn man das Bereitstellen einer umfassenden digitalen Identität nicht gänzlich verschlafen will. [ZEIT]

Unix-Pionierin Lorinda Cherry ist tot

Die Mathematikerin und Entwicklerin Lorinda Cherry, die bereits sehr früh an der Entwicklung des originalen Unix-Betriebssystems mitgewirkt hat, ist gestorben. Nach ihrem Masterabschluss in Informatik im Jahr 1969 arbeitete Cherry zunächst einige Jahre als Fortran-Programmiererin, bevor sie letztlich bei den legendären Bell Labs landete, wo Unix erfunden wurde und bei denen sie jahrelang in dem originalen Forschungsteam arbeitete. Bekannt ist Cherry vor allem für ihre Arbeit mit Bob Morris an dem Rechenprogramm dc (Desk Calculator) sowie später an der darauf aufbauenden Programmiersprache und Umgebung für numerische Berechnungen bc (Basic Calculator). Im Jahr 2018 erhielt Cherry gemeinsam mit Evi Nemeth, die Unix-Administrations-Handbücher schrieb, den Pioneer in Tech Award der NCWIT. Sie blieb der Entwicklung von Unix bis hin zu Plan 9 treu und hat die Bell Labs erst im Jahr 1994 verlassen. [Golem]

Chiphersteller profitieren weiter

Die hohe Nachfrage nach Mikrochips treibt das Geschäft der Halbleiter-Spezialisten auf Rekordhöhe. So verzeichnet etwa der Chip- und Grafikkartenhersteller Nvidia im vierten Geschäftsquartal einen Umsatzanstieg um 53 Prozent auf etwa 7,6 Milliarden US-Dollar. Damit ist der Gewinn mit drei Milliarden US-Dollar gut doppelt so hoch wie im Vorjahresquartal. Auch Deutschlands größter Halbleiterhersteller Infineon hofft auf neue Milliardenumsätze. In Malaysia will der Chiphersteller eine neue Fabrik errichten, in welcher künftig Verbindungshalbleiter entstehen sollen, die vor allem für die Elektromobilität und die Stromversorgung von Unterhaltungselektronik sehr gefragt sind. US-Chipkonzern Intel kündigte indes die Übernahme des israelischen Herstellers von Halbleitern für Autos und Medizintechnik Tower Semiconductor an - und zahlt dabei fast zwei Milliarden US-Dollar mehr als dessen Marktwert. [t3n (1), t3n (2), Handelsblatt]

Rechenzentren werden immer leistungseffizienter

Digitalisierung kann ein echter Klima-Killer sein: Je mehr Daten wir nutzen, desto mehr Energie verbrauchen wir. Gleichzeitig verbessern sich aber die Technologien und werden effizienter, sodass bei gleicher Leistung weniger Strom verbraucht werden muss. Eine Studie, die von Bitkom in Auftrag gegeben wurde, hat das nun am Beispiel von Rechenzentren deutlich gemacht. Denn obwohl die Anzahl von Rechenzentren in Deutschland stark zunimmt, befindet sich ihre CO2-Emission auf dem Niveau von vor 10 Jahren, Tendenz sinkend. Ziel ist es, dass bis 2027 alle Rechenzentren in Deutschland klimaneutral sind – bleibt abzuwarten, ob wir das schaffen. [t3n]

Bundesregierung prüft Starlink-Voucher für Gebiete ohne Breitband-Internet

Für die Versorgung von entlegenen Haushalten mit schnellem Internet sind Satellitenlösungen wie Elon Musks Starlink im Gespräch. Die hohen Kosten pro Anschluss seien aufgrund der geringen Anzahl kein Problem. Ein Nachteil der Technologie sind hohe Latenzen, die beim Gaming wichtig sind. Allerdings sie Gaming nicht Teil der Grundversorgung, so die Argumentation. Erste Stimmen warnen jedoch davor, durch die kurzfristige Lösung den grundsätzlich sinnvolleren Glasfaser-Ausbau weiter zu verlangsamen. [Golem]

1.21 Gigawatt?! Delorean DMC-Serie feiert Revival als E-Variante

Delorean darf endlich mit einer neuen DMC-Serie in Produktion gehen, nachdem das US-amerikanische Kraftfahrtbundesamt die Zulassungsregulierungen nun nach mehrjähriger Wartezeit abgesegnet hat. Der DMC-12 wurde durch die „Zurück in die Zukunft“-Trilogie weltberühmt und gilt seit jeher als Kultauto. Da Delorean den ursprünglich geplanten Verbrennermotor als zukunftslos betrachtet, entschied sich das Unternehmen, auf einen reinen Elektromotor umzusteigen. Der E-Delorean soll noch in diesem Jahr vorgestellt werden. [t3n]

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