Milliardeninvestition für europäische Halbleiterproduktion – Facebook und Instagram bleiben europäischen Nutzern erhalten – Arm: Börsengang statt Nvidia-Übernahme – 40 Starlink Satelliten durch Sonnensturm zerstört – Microsoft kündigt Regeln für offene App-Stores an –– Ein Schritt näher an der Kernfusion

Milliardeninvestition für europäische Halbleiterproduktion

Halbleiter gelten spätestens seit der Pandemie als ein knappes Gut. Insbesondere die Automobil- und Gaming-Industrie hatten mit starken Lieferschwierigkeiten zu kämpfen und mussten ihre Produktionen drosseln oder gar ganz einstellen. Um in Zukunft besser aufgestellt zu sein, hat die EU den „European Chips Act“ beschlossen und plant Investitionen von insgesamt 43 Milliarden Euro. Dabei plant die EU 11 Milliarden Euro an Subventionen, 30 Milliarden Euro sollen durch die Mitgliedsländer übernommen werden und der Rest von privaten Investoren. Insgesamt erhofft sich die EU dadurch unabhängiger vom asiatischen Markt zu werden. [Spiegel]

Falscher Alarm: Facebook und Instagram bleiben europäischen Nutzern erhalten

Nachdem in der vergangenen Woche die Meta-„Drohung” zur Abschaltung von Facebook und Instagram in Europa für große Unruhe und Aufsehen gesorgt hatte, stellte der Konzern nun alles klar: Meta bleibt „natürlich” in Europa aktiv und „droht absolut nicht damit, Europa zu verlassen”. Grund für das Gerücht war der Jahresbericht von Meta, in dem der Konzern Überlegungen geäußert hatte, aufgrund von komplexen europäischen Datenschutzregelungen gewisse Dienste in Europa abzuschalten. Mit dem aktuellen Statement versucht Meta die Lage wieder zu entschärfen und erklärt, dass der Konzern kein Interesse habe, sich aus Europa zurückzuziehen. Trotz allem, äußert das Unternehmen, schränkten die europäischen Regelungen die Betreibung der globalen Dienste von Meta stark ein, weshalb Meta wie zahlreiche andere Unternehmen auf Fortschritte bei der Verhandlung über einen Austausch des Privacy Shield hoffe. [t3n]

Arm: Börsengang statt Nvidia-Übernahme

Die Architektur des Chipdesigners Arm steckt in fast jedem Smartphone, zum Beispiel in Prozessoren von Samsung und Apple und auch Qualcomm-Chips greifen darauf zurück. Seit September 2020 versucht Grafikkarten-Riese Nvidia deshalb die Übernahme, ist aber von Beginn an auf Widerstand gestoßen. Zu groß sei die Angst davor, dass Nvidia auf die Stärkung der eigenen Marktmacht abzielt und Wettbewerber kaltstellt. Zuletzt hatte auch die FTC, die US-Amerikanische Handelsbehörde, gegen die Übernahme geklagt und Recht bekommen. Damit platzt das Vorhaben für Nvidia. Stattdessen behält die japanische Mutterfirma Softbank die bereits von Nvidia gezahlten 1,25 Milliarden Dollar ein und plant den IPO von Arm im kommenden Geschäftsjahr. [Spiegel]

Rückschlag für Space X – 40 Starlink Satelliten durch Sonnensturm zerstört

Elon Musk und sein ambitioniertes Internetsatellitenprojekt müssen einen herben Dämpfer verkraften. Ein Sonnensturm erfasste 40 der im Orbit positionierten Satelliten und mussten daraufhin manuell zum Absturz gebracht werden. Der Weltraum-Notfall ereignete sich bereits kurz nach dem Start der Flugkörper und noch bevor diese ihre finale Position erreichen konnten. Sonnenstürme gelten als ständige Gefahr des Projektes, da sie jederzeit und unerwartet auftreten können. Für Satelliten sind die elektromagnetischen Plasmawolken deshalb besonders tückisch. Angesichts der Dimensionen, in die Elon Musk in den kommenden Jahren noch mit seinem Weltrauminternet vorstoßen will, dürfte die Trauer über den Verlust jedoch schnell vergehen. In den kommenden Jahren sollen bis zu 40.000 Satelliten rund um die Erdatmosphäre ihren Platz einnehmen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung]

Microsoft kündigt Regeln für offene App-Stores an

Microsoft hat eine Reihe von neuen Regeln für seinen Windows-App-Store angekündigt und distanziert sich damit von seinen größten Konkurrenten, deren App-Store-Beschränkungen schon zu Klagen und Gesetzesverstößen geführt haben. So sollen nun Entwickler nicht dazu verpflichtet sein, für In-App-Käufe das Microsoft-eigene Bezahlsystem zu benutzen oder im Microsoft Store günstigere Bedingungen anzubieten als in anderen App-Stores. Die Entwickler werden davon auch keine Nachteile haben, ihre Apps sollen vom Store mit den gleichen Regeln behandelt werden wie Microsoft-eigene Apps. Der Konzern sieht sich damit gut für die Einführung des Digital Markets Act vorbereitet, die Anfang 2023 kommen könnte. [Handelsblatt; t3n]

Ein Schritt näher an der Kernfusion

Wenn die Kernfusion auf der Erde erfolgreich rekonstruiert werden kann, birgt sie das Potenzial für praktisch unbegrenzte Vorräte an kohlenstoffarmer, strahlungsarmer Energie. Dem in Großbritannien ansässige JET-Labor ist es jetzt gelungen, durch Zusammenpressen von zwei Formen von Wasserstoff fünf Sekunden lang 59 Megajoule Energie zu erzeugen. Diese Energieleistung an sich ist nicht besonders hoch, ist aber von großer Bedeutung für einen noch größeren Fusionsreaktor, der aktuell in Frankreich gebaut wird. Die ITER-Anlage zur Erforschung der Kernfusion wird von einem Konsortium aus Regierungen weltweit unterstützt, darunter EU-Mitgliedstaaten, die USA, China und Russland. Wenn die Experimente nicht funktioniert hätten, wäre das komplette ITER-Projekt hinterfragt werden müssen. Jetzt können die Wissenschaftler aufatmen. Die Experimente sind gut verlaufen und es wurde ein bedeutender Schritt beim Einsatz von Kernfusionsenergie erzielt. [t3n]

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