Microsoft/Xbox verleibt sich Activision Blizzard ein – Schärfere Regeln für Tech-Konzerne – Ukrainische Regierung und Rotes Kreuz von Hackern attackiert – Axel Springer und der unermüdliche Kampf gegen Ad-Blocker – Deutsche Telekom steigt in Cloud-Telefonie ein –– Petfluencer und ihre Einkommensquelle

Rekordübernahme: Microsoft/Xbox verleibt sich Activision Blizzard ein

Letzte Woche berichteten wir über die Rekordsumme von 12,7 Milliarden US-Dollar, die im Rahmen des Kaufs von Casual Games-Experte Zynga durch Take Two Interactive im Raum stand. Nicht einmal eine Woche später wurde dieser Betrag nun um ein Vielfaches übertroffen: Microsoft kündigte am Dienstag die Übernahme von Activision Blizzard (AB) für schlappe 70 Milliarden US-Dollar an. Für die Schöpfer von Call of Duty, Diablo und World of Warcraft sahen die letzten Monate aufgrund der Anschuldigungen bezüglich sexueller Diskriminierung nicht sehr rosig aus. Ob Microsoft nun grundlegende Strukturänderungen vorantreiben wird, bleibt abzuwarten. Bis zum Abschluss der Übernahme agiert AB weiterhin autonom, danach ist das Studio offiziell Teil von Microsoft Gaming unter der Leitung von CEO Phil Spencer. [GamesWirtschaft]

Digitale-Dienste-Gesetz: Schärfere Regeln für Tech-Konzerne

Das Europaparlament einigte sich am Donnerstag beim Gesetz für digitale Dienste auf eine stärkere Regulierung von großen Online-Konzernen wie Google oder Meta. Das Gesetz sieht unter anderem Vorschriften gegen illegale Produkte, Dienstleistungen und Inhalte im Internet vor. So sollen Verbraucher besser vor Produktfälschungen, Desinformation und Hassreden geschützt werden. Dabei soll gelten: Je größer die Plattform, desto strenger die Regeln. Im Zuge dessen sollen große Plattformen etwa verpflichtet werden, die Funktionsweise ihrer Algorithmen offenzulegen, die darüber entscheiden, welche Beiträge oder Produkte den Nutzern angezeigt werden. Weiterhin sprach sich das EU-Parlament dafür aus, personalisierte Werbung basierend auf personenbezogenen Daten wie ethnische Herkunft oder politische Meinung zu verbieten. Auch das Ablehnen von Cookies soll zukünftig nicht länger dauern dürfen als ihnen zuzustimmen. [Spiegel]

Die neue Gefahr: Ukrainische Regierung und Rotes Kreuz von Hackern attackiert

In dieser Woche wurde einmal mehr deutlich, wie real die Gefahr ist, die von Hackern für Behörden, Firmen und ganze Staaten ausgeht. Gleich zwei größere Attacken machten Schlagzeilen: Zunächst waren die Computersysteme und Internetseiten der ukrainischen Regierung betroffen. Die dort eingesetzte Schadsoftware verfolgte offenbar das Ziel, die gesamte IT-Infrastruktur der ukrainischen Behörden funktionsunfähig zu machen, wie Microsoft kurz darauf mitteilte. Die Ukraine vermutet dahinter einen terroristisch motivierten Angriff durch russische Geheimdienste, was von Russland jedoch, wenig überraschend, bereits dementiert wurde. Nicht weniger erschreckend war indessen die Attacke auf das Internationale Rote Kreuz. Unbekannte Hacker erbeuteten mehr als 500.000 persönliche Informationen über besonders Schutzbedürftige – darunter etwa vermisste oder durch Katastrophen von ihren Familien getrennte Personen. Welches Ziel die Angreifer verfolgen, ist derzeit noch völlig unklar. Bislang gelangten die gestohlenen Daten nicht an die Öffentlichkeit. [Tagesschau; Zeit]

Axel Springer und der unermüdliche Kampf gegen Ad-Blocker

Bereits seit acht Jahren klagt das Verlagsunternehmen Axel Springer vergebens gegen die Kölner Firma Eyeo, Entwickler des Werbeblockers Adblock Plus. Axel Springer sieht sich durch den Ad-Blocker in seinem Urheberrecht verletzt und betont, dass sie dadurch erhebliche Einnahmeverluste haben. Das Verfahren ging sogar schon bis zum Bundesgerichtshof, aber auch dort scheiterte der Verlag kläglich. Der Springer-Verlag gibt jedoch nicht auf und beteuert, dass es sich bei einem solchen Produkt um einen Eingriff in die Pressefreiheit handelt. Das Landgericht Hamburg hat die Klage jedoch erneut abgewiesen. Dieses Urteil will das Verlagsunternehmen ebenfalls nicht akzeptieren und hat bereits Berufung angekündigt. [Spiegel, Golem]

Deutsche Telekom steigt in Cloud-Telefonie ein

Nachdem die deutsche Telekom jahrelang das Geschäft der virtuellen Telefonanlagen kleineren Start-ups überlassen hat, tritt der Konzern nun gemeinsam mit dem französischen Anbieter Aircall in den Markt der Cloud-basierten Telefonie ein. Das Angebot richte sich dabei nicht an Privatkunden, sondern an Unternehmen und Organisationen. Die Cloud-basierten Telefonanlagen von Aircall lassen sich einfach in Kundenmanagementsoftware integrieren. Das neue Segment der Telekom richte sich daher in erster Linie an Vertriebs- und Support-Teams von KMUs. Aircall nutzt die Partnerschaft, um in den deutschen Markt einzutreten. Das Unternehmen wurde 2014 in Paris gegründet und ist neben dem französischen Standort auch in New York, Sydney, Madrid und London präsent. Mit dem deutschen Markteintritt soll Ende Februar ein Büro in Berlin dazukommen. [Handelsblatt]

Geklonte Haustiere: Petfluencer und ihre Einkommensquelle

Klingt nach Science Fiction, ist aber Realität: Influencer, die ein Tier in den Mittelpunkt ihres Kanals stellen, haben inzwischen die Möglichkeit, die vierbeinigen Stars nach ihrem Tod klonen zu lassen. Denn bei aller Liebe: Die Tiere sorgen für das gesicherte Einkommen ihrer Besitzer. Dafür gehen einige Petfluencer sogar bezahlte Partnerschaften mit dem texanischen Unternehmen Viagen ein, das schon andere prominente Haustiere geklont hat. Das kostspielige Verfahren sorgt auch für ethische Debatten. Immerhin wird für das „Weiterleben“ der verstorbenen Tiere auf In-Vitro-Befruchtung und Leihmutterschaft eines anderen Hundes gesetzt, während in den USA zahlreiche Hunde in Tierheimen auf neue Halter warten. Es wäre allerdings zu kurz gedacht, den Petfluencern Profitgier allein vorzuwerfen. Die meisten pflegen eine sehr innige Beziehung zu ihrem Haustier und nutzen das Klonen zur Trauerbewältigung. [Golem]

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Emma, Jessica, Linda, Marius, Patricia, Victoria und Carl