China begrenzt Spielzeit für Minderjährige drastisch – Irland verhängt Rekordstrafe gegen WhatsApp – Telekom verabschiedet sich vom „toten Gaul“ De-Mail – Zwischenbilanz Digitalpakt – Google fährt seine (grünen) Krakenarme weiter aus – Streamer:innen boykottieren Twitch

Exzessives Online-Gaming adé – China begrenzt Spielzeit für Minderjährige drastisch

Durch das Verbot von Online-Spielen an Wochentagen will China nach eigener Aussage gegen die wachsende Spielsucht der jungen Bevölkerung vorgehen und die „körperliche und geistige Gesundheit Minderjähriger“ schützen. Bald ist der Zutritt zu Online-Gaming-Arenen nur noch von Freitag bis Sonntag für jeweils eine Stunde möglich. Mit diesen Maßnahmen geht China einen großen Schritt weiter als der Tech-Konzern Tencent, der bereits im Juli nächtliches Online-Gaming für Jugendliche via Gesichtserkennungssoftware kontrolliert und verboten sowie die maximale Spielzeit stark eingeschränkt hatte. Unternehmen, die die neuen Regelungen nicht befolgen, müssten laut chinesischer Regierung mit gravierenden Konsequenzen rechnen. [Spiegel]

Irland verhängt Rekordstrafe gegen WhatsApp

Aufgrund von Verstößen gegen die DSGVO in Form von fehlender Transparenz bei der Weitergabe von persönlichen Daten, verhängt die irische Datenschutzbehörde eine Strafe von 225 Millionen Euro gegen die Facebook-Tochter WhatsApp. Die Entscheidung wird von Datenschützern sehr begrüßt, gleichzeitig wird aber das fehlende Handeln der irischen Datenschutzbehörde in Bezug auf tausende eingereichte Beschwerden gegen Datenschutzverstöße seitens WhatsApp stark kritisiert. Ebenso kritisieren Datenschützer, dass der Betrag der Strafe lediglich 0,08% des Umsatzes der Facebook-Gruppe betrage, während die DSGVO Geldbußen von bis zu 4% des Umsatzes vorsieht. [tagesschau.de]

Zu Teuer und zu wenige Nutzer: Telekom verabschiedet sich vom „toten Gaul“ De-Mail

Zehn Jahre nach dem Einstieg der Deutschen Telekom in das Geschäft mit der sicheren Mailkommunikation von Firmen und Behörden, zieht sich das Unternehmen nun aus wirtschaftlichen Gründen zurück. Ursprünglich war die De-Mail von der Bundesregierung als perspektivische Alternative des postalischen Briefes geplant, nachdem 2011 ein entsprechendes Gesetz in Kraft trat, das Behördengänge überflüssig machen sollte. Die Nachfrage nach der dafür entwickelten De-Mail blieb jedoch bis heute die größte Schwäche des ambitionierten Projektes. Behörden implementierten den Dienst nur schleppend, das Interesse von Privatkunden konnte die Erwartungen nie erfüllen. Ganz am Ende ist der Mailservice jedoch noch nicht: Sowohl die Mentana Claimsoft GmbH als auch United Internet, die in die Technologie investierten, wollen weiterhin daran festhalten. Derzeit prüfe man deshalb Optionen, um ehemaligen Telekom-Kunden die lückenlose Übertragung ihrer De-Mail Konten zu ermöglichen. [Tagesschau]

Zwischenbilanz Digitalpakt

Vor zwei Jahren hat die deutsche Bundesregierung den Digitalpakt beschlossen und insgesamt sechseinhalb Milliarden Euro an Fördergeldern für deutsche Bildungseinrichtungen bereitgestellt. 24 Monate später ist die Zwischenbilanz eine traurige: Die Bundesländer haben gerade einmal ein drittel der Förderung beantragt oder erhalten – zwei Drittel bleiben ungenutzt auf Konten liegen. Ein Hauptgrund ist die zu komplizierte Bürokratie, die mit der Beantragung einhergeht. Auch Lieferengpässe und Covid-19 verlangsamen die Digitalisierung an Schulen – obwohl das letzte Jahr doch deutlich gezeigt hat, wie sehr das deutsche Bildungssystem unter fehlenden digitalen Lösungen leidet. Die Förderung geht noch bis 2024. Es bleibt zu hoffen, dass bis dahin die Gelder auch genutzt werden. [t3n]

Google fährt seine (grünen) Krakenarme weiter aus

Das globale Unternehmen investiert bis 2030 eine Milliarde Euro in seine deutschen Standorte. Dabei wird nicht nur ein neues Rechenzentrum für Cloud-Kunden in Hanau, sondern auch eine weitere Cloud-Region in Berlin-Brandenburg eröffnet. Google unterstreicht bei dieser Expansion, wie viel Wert sie zukünftig auf klimafreundlichen Strom legen werden, und welchen positiven Einfluss dieser Schritt auf die Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland haben wird. Das Unternehmen behauptet mit „der saubersten Cloud der Branche“ Investitionen in die grüne Energie ankurbeln zu können. Zudem betont Google, dass sie Europa durch eine vollständige Dekarbonisierung bis 2030 unterstützen werden, die Klimaziele zu erreichen. [FAZ, The Keyword Deutschland]

#ADayOffTwitch: Streamer:innen boykottieren Twitch – mit Erfolg

Am 1. September riefen Twitch-Streamer:innen zum Boykott der Streaming-Plattform auf. Grund dafür sind Hate Raids, die in den letzten Wochen verstörende Ausmaße angenommen haben. Normalerweise handelt es sich bei Raids um Aktionen, in denen Streamer:innen die eigene Followerschaft dazu auffordern, bei einer anderen streamenden Person in den Chat „einzufallen“ und Support auszudrücken. Hate Raids hingegen bestehen aus zahlreichen Bots, die den Chat von Streamer:innen mit Beleidigungen, diskriminierenden Beschimpfungen und persönlichen Informationen fluten. Um Twitch stärker in die Verantwortung zu nehmen, fand am Mittwoch der angekündigte Boykott statt und zwar mit Erfolg: Twitch verzeichnete rund eine Million weniger Zuschauer – ein Verlust von 22 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. [t3n; esports.com]

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Amelie, Emma, Freya, Linda, Marius, Saskia und Carl