CDU zieht Anzeige gegen Sicherheitsforscherin zurück - Activision Blizzard: Time to say Goodbye - Superhuman erhält Millionen-Investition - Patentämter vor einer philosophischen Herausforderung 

CDU zieht Anzeige gegen Sicherheitsforscherin zurück

Im Mai 2021 hat IT-Sicherheitsexpertin Lilith Wittmann in der Wahlkampf-App der CDU - CDU Connect - eine Schwachstelle entdeckt und gemeldet. Die CDU hat deshalb Strafanzeige gegen die Expertin gestellt. Nur einen Tag später zog die CDU die Anzeige wieder zurück und entschuldigte sich für den Vorgang. Durch die von Wittman entdeckte Schwachstelle in der App waren persönliche Daten von knapp 20.000 Unterstützer:innen und Wahlkampfhelfer:innen sowie eine halbe Million Datensätze über die politische Einstellung der von Wahlkampfhelfern kontaktierten Personen ungeschützt über das Netz zugänglich. Wittmann informierte die CDU, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und den Berliner Datenschutzbeauftragten über die Lücke. Um rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden, werde der Chaos Computer Club künftig keine Sicherheitslücken mehr an die CDU melden. [SPIEGEL]

Activision Blizzard: Time to say Goodbye

Seit der Bekanntgabe der Klage wegen Diskriminierung und sexueller Übergriffe gegen Activision Blizzard [wir berichteten] hat sich einiges getan: Nicht nur Protestmärsche und die partielle Einstellung der Arbeit an World of Warcraft waren direkte Folgen dieser Entwicklung. Am Dienstag gab Blizzard einen Führungswechsel bekannt: Der bisherige Chef J. Allen Brack verließ das Studio (oder wurde gegangen?) – Jen Oneal und Mike Ybarra bilden ab sofort die Doppelspitze. Außerdem wird T-Mobile (Nordamerika) Blizzard nicht mehr als E-Sport-Sponsor unterstützen und fungiert weder für die Overwatch noch die Call of Duty League als Werbepartner. Diese Vertragsauflösung war offenbar so spontan, dass das T-Mobile-Logo auf der Kleidung der E-Sportler überklebt werden musste. [Golem, Golem]

Superhuman erhält Millionen-Investition

Der E-Mail Client Superhuman erhält 75 Millionen US-Dollar von der Venture-Capital-Firma IVP. Um einen Zugang zu erhalten, muss man sich auf eine Warteliste eintragen lassen und einen monatlichen Beitrag zahlen. Auch wenn der E-Mail Client noch nicht offiziell gelauncht wurde, gilt er bereits heute als Anbieter für die Silicon-Valley-Elite. Das Unternehmen wurde 2014 gegründet und hat bereits 2019 eine Finanzierung in Millionenhöhe erhalten. Die Finanzierung soll nun dafür genutzt werden, den E-Mail-Client für Android und Outlook nutzbar zu machen. Forbes schätzt den Wert mittlerweile auf ca. 825 Millionen Dollar. [t3n]

KI als Erfinder: Patentämter vor einer philosophischen Herausforderung

Die Initiative Artificial Inventor Project strebt eine Akzeptanz von KI bei Patentämtern an. Die angewendete Software Dabus von Imagination Engines arbeitet Patentanträge durch und versucht, durch Änderungen in der Gewichtung neue Ideen zu generieren. Im Grunde gilt die KI als Erfinder und theoretisch auch als rechtmäßiger Patentinhaber. Die Anmeldungsversuche verliefen bisher allerdings immer ohne Erfolg: Das europäische wie auch das US-Patentamt lässt die Initiative abblitzen – Erfinder müsste eine menschliche Person sein. Nun ist zum ersten Mal die Patentanmeldung einer KI in einer südafrikanischen Behörde akzeptiert worden. Die ist allerdings darauf zurückzuführen, dass bei der Anmeldung keine formelle Prüfung der Unterlagen stattfindet - dies passiert erst mit der Prüfung des Patents. Letztlich wird es wohl auch in diesem Fall nicht zu einer Genehmigung kommen.
Ein philosophischer Zwiespalt, bei dem sich die Behörden bisher lieber auf der sicheren Seite wiegen. [t3n]

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