Der Fall Activision Blizzard - Interesse an Clubhouse Kontaktdaten? - Broker-App Robinhood geht an die Börse - Die Quartalszahlen der Digitalgiganten - Frankreich macht auf Star Wars - Mond oder Ampel?

Sexuelle Übergriffe und Diskriminierung: Der Fall Activision Blizzard

Die Gaming-Branche ist von vielen ein heiß umworbener Wunscharbeitsplatz: Die Leidenschaft zur Arbeit machen? Welten erschaffen, in denen man sich verlieren kann? Doch seit Jahren werden immer mehr Stimmen laut, die von einem unsicheren Umfeld berichten - vor allem von Seiten der Frauen sowie der LGTBQIA+ Community. Nun hat dieser Konflikt einen neuen Höhepunkt erreicht:

Das kalifornische Department of Fair Employment and Housing hat umfassende Klage gegen den Game Developer und Publisher Activision Blizzard (AB) eingereicht. Die Anklagepunkte: Kolleginnen würden niedriger bezahlt, häufiger und schneller gekündigt und haben seltener die Chance auf Beförderungen. In den Studios soll eine „frat environment“ herrschen, in der die männlichen Kollegen Witze über das Thema Vergewaltigung machen, verkatert zur Arbeit erscheinen und sogar sexuell übergriffig sind. Ein Teil des Managements wies die Vorwürfe mit den Worten zurück, dass die Untersuchung des Departments oberflächlich sei – der andere zeigte sich reumütig. Seitdem ist viel passiert: Mittlerweile haben mehr als 1.500 Mitarbeiter eine Petition zur Verbesserung des Arbeitsumfelds unterschrieben. Die Arbeit an World of Warcraft wurde von Seiten der Mitarbeiter zum Teil eingestellt. Außerdem fand unter dem Hashtag #ActiBlizzWalkout eine sowohl physische als auch virtuelle Protestversammlung statt.

Das Internet leistet derzeit ebenso seinen Beitrag zur Gerechtigkeit – schließlich vergisst es nie: So gruben findige User alte Chatverläufe mit sexistischen Inhalten und Fotos der sogenannten Bill Cosby Suite aus, die AB Manager und Mitarbeiter selbst vor Jahren stolz im Netz veröffentlicht haben.

Wie sich diese Situation entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Dennoch hat die Gaming-Branche einschlägige Veränderungen bitter nötig: von interner Gleichstellung bis hin zur Einführung von Gewerkschaften.

[Golem; Golem; Buffed; Kotaku]

Interesse an Clubhouse Kontaktdaten?

Angreifer haben Zugang zu Clubhouse Telefonnummern erhalten und bieten ca. 3,8 Milliarden Datensätze im Darknet an. Um dem „Käufer“ einen Überblick zu geben, sind die Datensätze nach Relevanz sortiert. Da Clubhouse nicht nur die Nummer seines Nutzers, sondern auch die Daten aus dem gesamten Telefonbuch abfragt, wurde ein Ranking anhand der Häufigkeit der einzelnen Nummern erstellt. Nummern, die oft vorkommen, sind dabei als besonders beliebt eingestuft. Clubhouse selbst beteuert, dass es kein Datenleck gegeben habe und keine Nutzerdaten preisgegeben wurden. Die angegebenen Daten im Darknet seien Zufallsnummern und nicht mit den Benutzern von dem Serviceanbieter in Verbindung zu bringen. [Golem]

Broker-App Robinhood geht an die Börse

Die beiden Gründer der Trading-App Robinhood haben kein geringeres Ziel als den Finanzmarkt "für alle zu demokratisieren". Wertpapierhandel per App auf dem Handy, mit nur ein paar Fingertipps Aktien kaufen und verkaufen – und das ohne Gebühren. Mit diesem Ansatz will Robinhood auch die Regeln an der Wall Street revolutionieren. Nach seinem Börsengang am Donnerstag gab der Wertpapier-Broker jetzt bekannt, 55 Millionen Aktien für je 38 Dollar verkauft zu haben. Damit bringt Robinhood es vor dem Handelsstart an der Tech-Börse Nasdaq auf eine Bewertung von knapp 32 Milliarden Dollar. Robinhood hatte eine Gesamtbewertung von 35 Milliarden angestrebt und damit sein Ziel verfehlt. Die 2013 gegründeten Firma hat einige weitreichende Fehltritte hinter sich und musste bereits große Strafzahlungen leisten. [heise]

Die Quartalszahlen der Digitalgiganten: Viel Wachstum und eine Überraschung

Die Geschäftszahlen der großen internationalen Digitalkonzerne beeindrucken einmal mehr: Sowohl Microsoft als auch Google stellten im vergangenen Jahr Rekorde auf und übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich. Das sorgte auch bei Google-Mutter Alphabet für Feststimmung. Ihr Umsatz stieg um satte 57 %. Auch bei Apple wurden Rekordwerte verzeichnet. Durch drohende Lieferengpässe ist die Zukunft jedoch durchaus ungewiss. Ähnlich gestaltet sich die Situation für Facebook. Apples jüngst eingeführte Maßnahmen, die personalisierte Werbung zum Schutz der Privatsphäre erschweren sollen, könnten den derzeit boomenden Geschäftszahlen schon bald einen Dämpfer versetzen. Die größte Überraschung kommt jedoch vom Versandriesen Amazon: Die Entwicklung des Umsatzes blieb im vergangenen Quartal hinter den Prognosen zurück. Nach Verkündigung der Zahlen gab die Aktie des Konzerns kurzzeitig um vier Prozent nach. [Handelsblatt; Handelsblatt; Focus; Heise; t3n]

Frankreich macht auf Star Wars

Für die Olympischen Spiele 2024 sichert sich Frankreich mit Laserstrahltechnologie à la Star Wars gegen Drohnen-Eindringlinge ab. Anfang Juli glückte ein wichtiger Testversuch, bei dem das französische Militär eine Drohne mit einer Laserkanone zerstörte. Der Strahl soll eine Million Mal stärker sein als der von QR-Code-Lesegeräten. Staatspräsident Macron setzt auf Lasertechnologie und Künstliche Intelligenz, um sich gegen neue Formen des Terrors zu schützen und die Souveränität Europas bei Schlüsseltechnologien zu stärken. [Handelsblatt]

Mond oder Ampel?

Was haben Elon Musk und seine Teslas gemeinsam? Sie fokussieren sich beide zu stark aufs All. Kürzlich hat eines der E-Autos im Autopilot-Modus nämlich den tiefstehenden Mond mit einer gelben Ampel verwechselt und immer wieder abgebremst. Der Fahrer hat diesen Edge Case gefilmt und auf Twitter geteilt. Im Video sieht man allerdings noch einen weiteren Fehler, den der Autopilot begeht: Der Tesla fährt konstant zu schnell. Derzeit prüft die US-Amerikanische Verkehrsbehörde den Selbstfahrmodus und dessen Zusammenhang mit diversen Verkehrsunfällen. Das System scheint noch nicht so ausgereift und zuverlässig wie prophezeit – bei Mond-Ampel-Missverständnissen ist das noch witzig. Wenn es dadurch aber zu Unfällen kommt, wird es gefährlich. [t3n]

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