Kann man hier vielleicht einfach mal in Ruhe sein Geld einsammeln? – Deutsche Start-Ups gehen gestärkt aus der Krise – Neues SAP Forschungszentrum in München – Broadcom strebt 20-Milliarden-Dollar-Übernahme an – Die Zukunft der E-Paper ist bunt! – Gaming-News: Valve und Super Mario 64

Kann man hier vielleicht einfach mal in Ruhe sein Geld einsammeln? – Ein zurückgezogenes Positionspapier

Aus einer aktuellen Veröffentlichung auf der Webseite des Bundeswirtschaftsministeriums geht folgendes hervor: Einflussreiche Vertreter der Gründerszene lassen es sich verbitten, dass die Presse Unternehmen beim Geldeinsammeln stören. Das Positionspapier des Beirats „Junge digitale Wirtschaft“ widmet sich der Kritik, dass es - laut dem Beirat -  viel zu wenig Börsengänge in Deutschland gebe. Um dies zu ändern und die Wirtschaft zu stärken, verlangt der Beirat - neben weitreichenden Lockerungen der Maßnahmen für den Börseneinstieg - die „Gewährleistung einer ausgewogenen Berichterstattung über Börsengänge durch Erlass von Regeln zur Vermeidung einseitig diffamierender Artikel.“ Die Presse sollte „diszipliniert“ werden, ordentlich zu informieren. Online-Blogger sollen ihre Klarnamen offenlegen und bei Falschbehauptungen und Beleidigungen haftbar gemacht werden. Zu guter Letzt sollen Emittenten das Recht haben, Artikel und Empfehlungen auf ihrer Webseite zu veröffentlichen ohne dafür horrende Lizenzgebühren an die Urheber zu zahlen – im Falle einer Falschinterpretation solcher Artikel als eigene Anlagenempfehlung, würden jegliche rechtliche Haftungsrisiken für den Emittent beseitigt werden. Es dürfe ja nicht sein, dass die Aktienpreise durch freche Berichterstattungen der ahnungslosen Finanzpresse beeinflusst werden.

Das Papier wurde mittlerweile zurückgezogen. [Handelsblatt]

Deutsche Start-Ups gehen gestärkt aus der Krise

Das erste Halbjahr 2021 war aus finanzieller Sicht rosig für deutsche Start-Ups, denn im Vergleich zum Vorjahr haben junge Unternehmen dreimal mehr frisches Kapital in 588 Finanzierungsrunden erhalten. In keinem Vorjahr erhielten so viele Start-Ups in Deutschland Investitionen wie in diesem. Dabei profitieren besonders Gründer*innen aus Berlin mit 4,1 Milliarden Euro und aus Bayern mit 2,5 Milliarden Euro. Celonis (München) und Trade Republic (Berlin) konnten bisher die höchsten Summen generieren. Insgesamt verfälschen die wenigen Megadeals aber auch das Bild und verschleiern, dass die meisten Start-Ups nach wie vor mit relativ wenig Geld auskommen müssen. Nichtsdestotrotz scheint das gefühlte Ende der Pandemie ein Treiber für Investitionen zu sein. [tagesschau]

Neues SAP Forschungszentrum in München

SAP investiert im Rahmen einer langfristigen Forschungspartnerschaft 100 Millionen Euro in ein Forschungszentrum auf dem Campus der TU München. Schwerpunkte der zukünftigen Arbeit sollen Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen sein. So möchte man beispielsweise neue Lösungen für das Management elektrischer Ladeinfrastrukturen entwickeln. Außerdem soll das Thema Quantencomputing voran getrieben werden. In den nächsten Jahren will die TU München zwei Quantencomputer bauen. [Handelsblatt]

Broadcom strebt 20-Milliarden-Dollar-Übernahme an

Der US-Chipkonzern Broadcom denkt über einen milliardenschweren Zukauf nach. So berichtet das Wall Street Journal, dass Broadcom derzeit Gespräche mit dem in Privatbesitz befindlichen Softwareunternehmen SAS Institute über eine mögliche Übernahme führe. Ein Vertrag für die Übernahme des Softwareunternehmens habe ein Volumen von 15 bis 20 Milliarden US-Dollar, worin Schulden von SAS Institute einberechnet seien. Broadcom hat derzeit einen Börsenwert von fast 200 Milliarden US-Dollar, nachdem die Aktien im vergangenen Jahr um etwa 50 Prozent gestiegen sind.
Broadcom und SAS wollten sich bislang nicht zu den Gerüchten äußern. [Golem]

Die Zukunft der E-Paper ist bunt!

E-Reader, die ihr Bild nur in schwarz-weiß anzeigen können, gehören schon bald der Geschichte an. Forscher der Chalmers Universität für Technologie in Schweden haben nämlich eine neuartige Methode entdeckt, um die selbst reflektierenden Displays herzustellen, die den meisten als „E-Paper“ bekannt sein dürften. Die superdünnen Bildschirme erreichen so künftig eine revolutionär hohe Farbbrillanz. Neben ihrer Verwendung als elektronische Buchseiten könnte die Technologie in Zukunft auch für digitale Werbeposter zum Einsatz kommen. Der Schlüssel zum Erfolg lag für die Forscher im Einsetzen eines Platinfilms in die Displays. Mit diesem erreichen sie einen besonders breiten Farbbereich und einen hohen Reflexionsgrad. Das Ergebnis sind knackige Farben bei konstant niedrigem Energieverbrauch. Laut Aussagen des Forschungsleiters Andreas Dahlin könne mit der Entwicklung von Produkten, welche die innovative Technologie nutzen, innerhalb weniger Monate begonnen werden. [t3n]

Da tut sich was in der Gaming-Welt

Valve und Netflix wirbeln die Gamingbranche auf: So hat sich Netflix den Gaming-Guru Mike Verdu (EA, Legend) ins Boot geholt, um die neue Gaming-Sparte der Streaming-Plattform auszubauen. Geplant ist, Netflix-Kunden künftig einen kostenlosen Gamestreaming-Service anzubieten. Gleichzeitig macht Valve, Entwickler der Half Life Reihe, erste Schritte im Hardware Business: Das Studio stellte in dieser Woche einen leistungsstarken Handheld-PC mit dem Namen Steam Deck vor. Das Hands-On-Gerät hat direkten Zugriff auf die eigene Steam-Bibliothek und soll selbst AAA Spiele unterwegs spielbar machen. Ein Video zum Steam Deck gibt es hier. [Golem, t3n]

Der Preis für das teuerste Videospiel der Welt geht an Super Mario 64

Beim Auktionshaus Heritage Auctions ging gerade eine Legend of Zelda NES-Cartridge für 870.000 US-Dollar über den Ladentisch, da wurde dieser neue Rekord bereits zwei Tage später bei Weitem übertroffen. Denn ein sich im einwandfreien Zustand befindliches, originalverpacktes Exemplar von Super Mario 64 aus dem Jahr 1996 erzielt eine Summe von sage und schreibe 1,56 Millionen US-Dollar und setzt die Rekordlatte für das teuerste Videospiel der Welt damit um ein dickes Wa-hoo nach oben. [Golem]

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