Hacker-Angriff trifft hunderte Unternehmen – US-Wettbewerbsklage gegen Google Play Store – Öffentlichkeit soll mehr Einblicke in Daten des Bundes bekommen – Reparaturmonopole sollen Geschichte werden – Trump klagt gegen Social-Media-Plattformen – Tencent geht in Sachen Jugendschutz einen Schritt weiter

Hacker-Angriff trifft hunderte Unternehmen

Die Hacker nutzten eine Schwachstelle des IT-Dienstleisters Kaseya. Dadurch konnten sie Kunden mit einem Programm attackieren, das deren Daten verschlüsselte und Lösegeld verlangte. Insgesamt sollen mehr als 1000 Unternehmen von dem Angriff betroffen sein. Sicherheitsexperten vermuten, dass die russische Hackergruppe Revil hinter dem Angriff steht. Kaseya selbst scheint die Schwachstelle mittlerweile gefunden zu haben und arbeitet an ihrer Schließung. [Süddeutsche Zeitung]

US-Wettbewerbsklage gegen Google Play Store

Unter der Führung von New York, Utah, Tennessee und North Carolina habe 37 US-Bundestaaten gemeinsam Klage gegen Google und dessen Google Play Store eingereicht. Google nutze „geschäftsfeindliche Praktiken“, um eine Monopolstellung für App-Plattformen zu gewährleisten. Zudem würde Google mit der Provision von 30 Prozent App-Entwickler dazu zwingen, unverhältnismäßig hohe Preise von Verbrauchern zu verlangen. Google zeigt natürlich mit dem Finger auf Apple, das von diesem Verfahren unberührt bleibt. Ganz anders ist die Lage in Deutschland, wo seit Anfang Juni das Bundeskartellamt auch gegen Apple ermittelt. [Tagesschau]

Open Data Strategie: Öffentlichkeit soll mehr Einblicke in Daten des Bundes bekommen

Daten aus Ministerien, Behörden und staatsfinanzierten Instituten sollen künftig besser öffentlich zugänglich sein. Konkret handelt es sich dabei etwa um die Veröffentlichung von Forschungsdaten, aber auch von Protokollen aus Besprechungen der Ministerien. Davon ausgenommen sind Inhalte, die personenbezogene Daten oder Amtsgeheimnisse enthalten. Die Bundesregierung hat hierzu einen 5-Jahres-Plan verabschiedet. Dieser soll laut dem Beschluss einen „Erfolgsfaktor für die Innovationskraft Deutschlands“ darstellen. Bisher gingen Pläne mit ähnlichen Zielsetzungen hierzulande eher schleppend voran. So sollte das E-Government-Gesetz bereits ab 2017 dafür sorgen, dass Behörden ihre Rohdaten veröffentlichen. Die Bündelung und Veröffentlichung dieser Daten übernahmen bislang jedoch größtenteils gemeinnützige Initiativen, wie etwa das Portal fragdenstaat. [Zeit]

Reparaturmonopole sollen Geschichte werden

Wer kennt es nicht – das Smartphone hat einen Sprung im Display, der Trecker braucht eine neue Glühbirne – eigentlich eher Kleinigkeiten, die man selbst reparieren könnte, wäre da nicht das große Problem mit den Ersatzteilen oder Lizenzverträgen. Proprietäre Teile und Lizenzklauseln verhindern die einfache Reparatur und zwingen den Kunden somit, zu einem Vertragspartner oder zum Hersteller selbst zu gehen. Um das zukünftig zu verhindern, soll es schon bald in den USA eine entsprechende Verordnung geben, die es Nutzern erlaubt, ihre Geräte selbst oder bei einer Werkstatt ihrer Wahl zu reparieren. Mit dieser Verordnung gibt die USA dem Druck der Gesellschaft nach. Sie ist ein großer Schritt gegen Reparaturmonopole und wird Unternehmen wie Apple oder John Deere stark treffen. [t3n]

Trump klagt gegen Social-Media-Plattformen

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump klagt gegen Twitter, Facebook und Google, die ihn von ihren Plattformen verbannt haben und fordert die Wiederherstellung seiner Accounts. Auslöser der Sperrungen war die Erstürmung des US-Kapitols durch Anhänger Trumps – und dass er Sympathie für die Angreifer bekundete. Außerdem behauptet er nach wie vor ohne Belege, dass ihm der Sieg bei der Präsidentenwahl im November durch Betrug gestohlen worden sei. Die Antworten der Internet-Giganten: Facebook möchte Trump noch mindestens bis Anfang 2023 sperren, Twitter sieht gar keinen Weg zurück für den Ex-Präsidenten, YouTube möchte ihn erst wieder zulassen, wenn es kein Risiko für die öffentliche Sicherheit mehr sieht, nannte aber keinen Zeitraum dafür. Trump sieht dadurch sein im ersten Zusatzartikel der US-Verfassung garantiertes Recht auf Redefreiheit verletzt. [heise]

Tencent geht in Sachen Jugendschutz einen Schritt weiter

Mit dem Ziel, die negativen Folgen von zu viel 'Zockerei' einzudämmen, verschärfte China 2019 sein Jugendschutzgesetz: Unter anderem dürfen sich Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zwischen 22 und 8 Uhr nicht mehr in Onlinespiele einloggen. Der chinesische Konzern Tencent geht nun einen Schritt weiter: Spieler sind nun verpflichtet, via Gesichtserkennung über die Handykamera ihr Alter zu verifizieren – und das jedes Mal, wenn sie sich einloggen oder Transaktionen tätigen wollen. Wer zu jung aussieht oder diese Maßnahme verweigert, wird als minderjährig eingestuft und kann die Spiele nur eingeschränkt nutzen. Und was sagt Tencent dazu: „Kinder, legt Eure Handys weg und geht schlafen!“ [Spiegel]

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