Von Präsidenten und Cyberkriminalität – Westeuropa hinkt bei 5G hinterher – Quantencomputer auf dem Vormarsch – E3 – Who Wants to Kill Chaos? – Wo sind die Frauen in den Chefetagen der Startups? – Chipmangel in der Autoindustrie hält an

Von Präsidenten und Cyberkriminalität

Joe Biden und Wladimir Putin haben sich in der vergangenen Woche in Genf getroffen, um über das Thema "Cybersicherheit" zu sprechen. Einig waren sie sich zumindest darüber, dass das Thema von Wichtigkeit ist und weiterhin verhandelt werden sollte. An dieser Stelle endete jedoch die Einigkeit und an mancher Stelle auch die eindeutige Verwendung von Begrifflichkeiten. Vor allem der Unterschied zwischen Spionage und Cyberkriminalität gelang den beiden Staatsoberhäuptern nicht immer. Biden fordert ein Abkommen, dass „attack by cyber“ auf kritische Infrastrukturen wie beispielsweise Energieversorgung und Transport verbietet. Ob es ihm dabei um angeblich geduldete russische Ransomware-Gruppen oder Wirtschaftsspionage geht, bleibt dabei unklar. [Spiegel]

Westeuropa hinkt bei 5G hinterher

In einer Studie beleuchtet der schwedische Datentechnik-Riese Ericsson die Marktdurchdringung von 5G in Industrieregionen. Von außen betrachtet erschreckend und aus eigener, deutscher Erfahrung heraus wenig überraschend, liegt Westeuropa mit gerade mal einem Prozent auf 5G umgestellter Verträge auf dem letzten Platz. Führend ist aktuell Nordostasien mit 9 Prozent. Für das Jahr 2026 sagt Ericsson jedoch voraus, dass die USA zu 84 Prozent und Westeuropa bei 69 Prozent auf 5G umgestellt sein werden - noch vor Nordostasien (64 Prozent), aber hinter den Golfstaaten (73 Prozent). Insgesamt werden im Jahr 2026 20 Prozent des gesamten Datenverkehrs über Mobilfunknetze ablaufen - so die Studie. Der Vorteil von 5G gegenüber terrestrischen Lösungen liegt auf der Hand: Antennen sind wesentlich günstiger als das mühsame Verlegen von Kabeln. [Handelsblatt]

Quantencomputer auf dem Vormarsch

Ein halbes Jahr später als geplant geht in Deutschland der erste Quantencomputer ans Netz. Vergangenen Dienstag weihten IBM Europe und die Frauenhofer-Gesellschaft den ersten Quantencomputer in der Nähe von Stuttgart ein. Das IBM Quantum System One ist mit seinen 27 Qubits zwar nicht so leistungsstark wie andere bereits laufende Quantencomputer, soll aber für den industriellen Betrieb ausreichen und in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. IBM selbst arbeitet bereits seit November mit dem Computer. Zukünftig soll er auch anderen Forschungsinstituten zur Verfügung stehen, jedoch kostet die Nutzung 11.621 Euro im Monat. Dennoch ist die offizielle Inbetriebnahme ein großer technologischer Fortschritt für Deutschland. [Spiegel]

E3 – Who Wants to Kill Chaos?

Vom 12. bis zum 15. Juni fand die E3, die wichtigste Videospielmesse der Welt, statt. Zwar konnten Interessierte nur Online teilnehmen, kamen mit einigen spannenden Ankündigen aber trotzdem auf ihre Kosten. Umstrittene war der neue „Battlefield“-Teil, dessen fehlender Storymodus zu hitzigen Diskussionen führt. Auch der Chaos-Trailer vom Final-Fantasy-Spin-Off "Stranger in Paradise" sorgte schnell für diverse Memes. Außerdem konnten Besucher*Innen einen ersten Blick auf Bethesda’s "Starfield" erhaschen. Beim Thema Hardware zog ein Kühlschrank von X-Box die Aufmerksamkeit auf sich. Alles in Allem ist die Online E3 2021 natürlich nicht vergleichbar mit den vorherigen, allein schon deshalb, weil diverse Publisher aller Größen gar nicht erst vertreten waren und es praktisch keine großen Enthüllungen gab. Schön war’s trotzdem. [t3n, Spiegel, Golem]

Wo sind die Frauen in den Chefetagen der Start-ups?

Laute einer neuen Studie machen junge Unternehmen den gleichen Fehler wie die vorgegangenen Generationen und legen keinen Wert auf die Besetzung von Frauen in Führungspositionen. Um dem entgegenzuwirken, will das neue Investment-Netzwerk encourageventures, bestehend aus rund 60 Managerinnen großer Konzerne sowie Politikerinnen, Frauen in Unternehmensgründungen unterstützen und Gründerinnen von der Gründungsidee bis zum Börsengang begleiten. Da es von Frauen geführte Start-ups schwerer haben an Kapital zu kommen, ist der Aufbau eines 100 bis 200 Millionen Euro schweren "All-Female-Growth-Fonds" geplant. [Tagesschau.de]

Chipmangel in der Autoindustrie hält an: Kurzarbeit bei VW und Daimler

Aufgrund des branchenweiten Chipmangels stehen in Autowerken momentan immer wieder die Bänder still. Im VW-Stammwerk kommt es in der kommenden Woche zu Arbeitsausfällen, während in den Daimler-Werken in Bremen und Rastatt bereits in dieser Woche Kurzarbeit angesagt ist. Wegen des Chipmangels haben die Autohersteller weltweit im ersten Quartal 1,4 Millionen Autos weniger produziert, im zweiten Quartal dürften es 1,6 Millionen werden. Für das gesamte Jahr 2021 dürften sich die Ausfälle auf vier bis sechs Millionen Fahrzeuge belaufen. Die Autohersteller haben aber zum Glück ihre Lehren aus dem Chipmangel gezogen: Sie überprüfen ihre Lieferketten genau und bauen ihre Lagerhaltung nicht nur bei Chips aus. [Tagesschau.de]

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