Schließt die Pforten! Der Uploadfilter kommt - EU will die digitale Brieftasche - Erstes deutsches Decacorn heißt Celonis - HarmonyOS: Das originale Betriebssystem von Huawei - VPN-Hosts vor Gericht - Warum wir seit zehn Jahren auf den Windows Startsound verzichten müssen 

Schließt die Pforten! Der Uploadfilter kommt

Am 28. Mai hat der Bundesrat der viel umstrittenen Urheberrechtsreform zugestimmt. Somit ist der Weg für den Uploadfilter ab dem 1. August frei. Konkret heißt das: Online-Plattformen wie Youtube und Co. müssen „bestmögliche Anstrengungen unternehmen“, um die Rechte an geschützten Werken zu erwerben. Auf Verlangen des Rechteinhabers müssen sämtliche Inhalte gesperrt werden, die das betroffene Werk beinhalten. Dennoch gibt es Block-Einschränkungen bei geringfügiger Nutzung geschützter Inhalte, sobald diese „weniger als die Hälfte eines Werkes eines Dritten oder mehrerer Werke Dritter enthalten“. Weiter gelten als geringfügige Nutzung 15 Sekunden eines Films, 15 Sekunden einer Tonaufnahme, 160 Zeichen eines Textes und bis zu 125 Kilobyte eines Fotos oder einer Grafik. Nun fehlt nur noch eine Unterschrift von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. [Golem]

EU will die digitale Brieftasche

2014 beschloss die EU mit der sogenannten eIDAS die erste Verordnung für elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen. Diese soll nun um bürgerbezogene Anwendungen ergänzt werden. Das Projekt zielt auf die europaweite Einführung der einheitlichen EUid-Brieftasche - oder E-Wallet - ab. Diese können EU-Bürger mit persönlichen Daten und Identifikationsdokumenten wie Personalausweis, Führerschein oder Bankkonten verknüpfen, um künftig digital ihre Identität nachzuweisen und Online-Dienste zu beanspruchen. Zwar besteht auf Seiten der Bürger kein Nutzungszwang, große Internetdienste stehen jedoch in der Pflicht, diese Online-ID zu akzeptieren. [Golem, t3n]

Erstes deutsches Decacorn heißt Celonis

Das Münchner Start-up Celonis hat es geschafft, mit über zehn Milliarden Dollar bewertet zu werden und ist damit das erste deutsche Decacorn. Grund für die außerordentliche Bewertung ist die letzte Finanzierungsrunde, bei der der Softwareanbieter 820 Millionen Euro sammeln konnte. Dadurch steigt die Bewertung des Unternehmens auf 11,1 Milliarden Dollar. Das Produktportfolio umfasst neben einem Tool zur Effizienzanalyse von Geschäftsprozessen auch eine KI für Optimierungsvorschläge. Celonis gilt nun als zweitwertvollstes Start-up Europas. [Handelsblatt]

HarmonyOS: Das originale Betriebssystem von Huawei

Um sich unabhängiger vom internationalen Markt zu machen - und vielleicht auch als Reaktion auf die US-Sanktionen -, hat Huawei nun sein eigenes Betriebssystem für den asiatischen Markt herausgebracht: HarmonyOS. Ein möglicher Europa-Release ist noch nicht bekannt. Ein drittes großes Betriebssystem für Smartphones zu etablieren ist sicherlich ein ambitioniertes Projekt - zuletzt scheiterte Microsoft daran, Windows als SmartphoneOS zu etablieren. Die größte Hürde wird darin liegen, App-Entwickler davon zu überzeugen, auch für HarmonyOS Abwendungen zu entwickeln. [Tagesschau, Handelsblatt]

Do what you want ‘cause a pirate is free: VPN-Hosts vor Gericht

Nach Filesharing- und Torrent-Seiten wollen Filmemacher nun auch gegen VPN-Hosts rechtliche Schritte einleiten. Sowohl die Firma Leaseweb als auch Sharktech werden beschuldigt, ihre Server-Dienste an VPN-Anbieter zu vermieten, deren Kunden Netzpiraterie betreiben. Hierbei stehen nicht die VPN-Dienste, sondern der Host selbst im Vordergrund. Leaseweb soll sich unter anderem dadurch strafbar gemacht haben, lediglich die 32.000 Mahnungen der Filmgesellschaften weitergeleitet tz haben ohne gegen Wiederholungstäter vorzugehen - so, wie es der DMCA eigentlich verlangt. Die Klage gegen Sharktech lautet ähnlich. Vor einigen Wochen wurden etwaige VPN-Anbieter (u.a. LiquidVPN) direkt verklagt, jedoch ergaben sich hier noch keine Urteile. [Golem]

Warum wir seit zehn Jahren auf den Windows Startsound verzichten müssen 

Windows PCs hatten lange einen unverwechselbaren Startsound. Wer in den 90ern geboren wurde, wird sich am ehesten an Windows 2000- und Vista-Sounds erinnern. Leider kommen Nutzer:innen von Windows 8 oder neuer nicht mehr in den Genuss. Grund dafür ist Jensen Harris, der die Sounds abgeschafft hat. 2010 traute der ehemalige Director of Program Management sich nämlich nicht, sein Notebook neben seinem schlafenden Baby einzuschalten, da es aufwachen könnte. Dies veranlasste ihn zur Entscheidung, künftig gänzlich auf automatische Startsounds zu verzichten. Das Gerät seiner Wahl war damals übrigens ein Macbook. [t3n]

Viele Grüße aus der Redaktion

Freya, Linda und Vincenz