Australien setzt mit Einigung über Mediengesetz einen Meilenstein für den Journalismus – Huawei bittet zur Kasse  Wer hat die Macht im Chipmarkt?
 – VW und das Smartphone auf Rädern – Medikamentenbestellung per Mausklick immer beliebter – It’s-A-Me, Super Mario World!

Australien setzt mit Einigung über Mediengesetz einen Meilenstein für den Journalismus

Nach langem Streit über das umstrittene Mediengesetz in Australien konnte der Konzern News Corp. neben der Einigung mit Google nun auch einen Kompromiss mit Facebook finden. Es handelt sich um eine mehrjährige Vereinbarung für Zahlungen journalistischer Inhalte, um Millionen von Facebook-Nutzern in Australien über das Produkt Facebook News Zugang zu vertrauenswürdigen Nachrichten und Informationen zu verschaffen. Australien hatte das Mediengesetz Ende Februar verabschiedet, wodurch Internetplattformen für Medieninhalte zahlen müssen, die Nutzer*innen und Werbeeinnahmen auf ihre Plattformen bringen. Dagegen wehrte sich der Konzern aus Kalifornien zunächst, indem er vorübergehend journalistische Inhalte auf seiner Plattform für australische Nutzer sperrte. Seit Jahren suchen auch andere Staaten weltweit nach Wegen, um den Einfluss der US-Technologieriesen einzudämmen – durch das neue Mediengesetz ist Australien bei diesem Thema Vorreiter! [DIE ZEIT]

Huawei bittet zur Kasse

Der chinesische Technologiekonzern Huawei will seine patentgeschützte 5G-Technologie im großen Stil an Smartphone-Hersteller lizensieren. Die Lizenzgebühr richtet sich nach dem Verkaufspreis eines Handys und soll maximal 2,50 Dollar pro Gerät betragen. Rückwirkend für die letzten zwei Jahre erwartet Huawei damit Einnahmen von ca. 1,3 Milliarden Dollar, die unter anderem von Apple und Samsung eingefordert werden sollen. Mit insgesamt mehr als 100.000 Patenten hält Huawei weltweit auch die meisten 5G-Patente. Gleichzeitig ist der chinesische Konzern aufgrund des Handelskriegs zu den USA und dem damit einhergehenden fehlenden Zugang zu Technologie aus dem Ausland gezwungen, mehr in Forschung und Entwicklung zu investieren. 2019 beliefen sich die Kosten dafür auf umgerechnet 17 Milliarden Euro. [Der Spiegel]

Wer hat die Macht im Chipmarkt?

Vor einem halben Jahr gab Nvidia bekannt, für 40 Milliarden Dollar den Chip-Designer ARM übernehmen zu wollen. ARM entwirft Chip-Baupläne, die zum Beispiel als Basis für die meisten Prozessoren dienen, die in heutigen Smartphones stecken. Bei vielen Chipherstellern und Tech-Konzernen geht daher jetzt die Sorge um, dass sie künftig von Nvidia abhängig sein werden. Was die Übernahme ebenso unsicher macht, sind die unterschiedlichen Positionen der Politik: China dürfte gegen eine Übernahme sein, denn für den Fall, dass ARM zu einem US-Unternehmen wird, könnte die US-Regierung Einspruch erheben hinsichtlich des Technologie-Exports gen China. Großbritannien fürchtet dagegen, dass das einzig wichtige Technologie-Unternehmen des Landes in die USA abwandern könnte. Ob Nvidia den britischen Chip-Designer übernehmen wird oder nicht, steht also weiterhin in den Sternen. [Tagesschau]

VW und das Smartphone auf Rädern

Der in Wolfsburg ansässige VW Konzern möchte zukünftig mehr in Elektrofahrzeuge investieren und somit mit Bosch und Conti konkurrieren. Dabei soll es laut Herbert Diess, Vorstandschef von VW, nicht nur um den Elektromotor gehen, sondern auch um den Bau vollständig vernetzter Fahrzeuge. Um seine gesetzten Ziele zu realisieren, gilt es zunächst den Industriebetrieb zu einem IT-Unternehmen umzurüsten. Zudem sollen bis 2030 sechs Gigafabriken in Europa gebaut werden. Doch damit nicht genug: VW möchte bis 2025 60 Prozent seiner IT selbst schreiben, mit eigenen Stromspeichern arbeiten und sich um den weiteren Ausbau von Ladestationen global bemühen. Das neue Projekt von VW ist ein Milliardenprojekt, doch angesichts der vergangenen Absatzzahlen zeigt sich der Konzern zuversichtlich. [SZ]

Medikamentenbestellung per Mausklick immer beliebter

Als einige der wenigen stationären Betriebe konnten sich Apotheken lange Zeit vor dem Online-Handel in Sicherheit wähnen, da die Beratungsleistung bei sensiblen Gesundheitsthemen nur schlecht digital reproduzierbar ist. Durch die Corona-Pandemie mieden allerdings viele Kund*Innen aus Angst vor Ansteckung stationäre Apotheken. Die Versandapotheken hingegen erlebten einen Boom, einige Anbieter konnten im letzten Quartal ein Plus im zweistelligen Bereich verzeichnen. Die Zahl der stationären Apotheken hingegen sinkt, die deutsche Apothekendichte liegt unter dem europäischen Durchschnitt. Mitte des Jahres soll das elektronische Rezept eingeführt werden: Patient*Innen können per Videosprechstunde ein Rezept bekommen und dieses per Smartphone an eine Versandapotheke übermitteln. Auch das wird den Run auf Versandapotheken vermutlich verstärken. [Tagesschau]

It’s-A-Me, Super Mario World!

Zweimal verschoben, nun ist es soweit: Nachdem Nintendo mit der Switch während des letzten Jahres Rekordgewinne einheimste, öffnete Super Mario World in dieser Woche offiziell seine Tore. Statuen von Mario und Luigi hießen neugierige Besucher*innen und begeisterte Nintendo-Fans willkommen. Die bunte, quirlige Anlage ist Teil der Universal Studios Japan in Osaka sowie Nintendos erster Freizeitpark. 500 Millionen Euro steckte der japanische Videospielkonzern in die Errichtung der Attraktion. Sogar Shigeru Miyamoto – Schöpfer von Super Mario und seiner Welt – freute sich in seiner Eröffnungsrede über diesen Schritt und hofft, dass Familien und Fans gleichermaßen viel Freude haben werden. [Handelsblatt]

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