Deutsche Kameraobjektive auf dem Mars - Gamestop-Saga bringt „Roaring Kitty“ vor Gericht - Nicht-binäre Menschen wurden von Ads ausgeschlossen - Bumble-Gründerin jüngste Selfmade-Milliardärin - Epic-Apple-Streit schwappt über den großen Teich in die EU - Kuriose Tech-News der Woche

Deutsche Kameraobjektive auf dem Mars

Die US-amerikanische Weltraumbehörde NASA hat erfolgreich einen neuen Erkundungsroboter im Weltall abgesetzt. Nach siebenmonatiger Reise ist der US-Rover „Perseverance“ am Donnerstagabend wie geplant auf dem Mars angekommen. Er soll dort nach Spuren früheren, mikrobiellen Lebens suchen sowie das Klima und die Geologie des Planeten erforschen. Die Landung wurde vor allem in Jena mit Spannung verfolgt. Denn der dort heimische Optikspezialist Jenoptik lieferte die „Augen“ des Mars-Rovers: Insgesamt hat die NASA 28 Objektive von Jenoptik in dem Rover verbaut, die am Standort in Florida und speziell für die Mars-Mission entwickelt wurden. Dabei war wichtig, dass sie möglichst wenig wiegen, den extremen Temperaturbedingungen im All standhalten und unter sehr hohen Reinheitsbedingungen produziert werden. Sie sind rundherum am Mars-Rover verteilt und sendeten die ersten Livebilder der Mission zur Erde.

[ZEIT, Handelsblatt]

Gamestop-Saga bringt „Roaring Kitty“ vor Gericht

Als Folge auf die, durch das Reddit-Unterforum „r/wallstreetbets“ ausgelöste, Explosion der Gamestop-Aktie, muss sich nun vor allem Reddit-User Keith Gill – dort bekannt als Roaring Kitty – vor Gericht verantworten. Diese Aktion hatte zahlreichen Anlegern, die auf den Kursverfall der Aktie gesetzt hatten, Schulden in Milliardenhöhe beschert. Gill, der in den letzten Monaten in seinen Posts nur noch über die Gamestop-Aktie sprach und dadurch die Aktie in die Höhe schnellen ließ, wies jede rechtliche Verantwortung zurück, entschuldigte sich jedoch für den Vorfall und die Verluste der Anleger. Zwar präsentierte sich Roaring Kitty in der virtuellen Anhörung professionell in Anzug und Krawatte, bediente mit Gamer-Chair und Katzen-Meme im Hintergrund dennoch das Nerd- und Hippie-Klischee.

[Heise, Süddeutsche Zeitung]

Nicht-binäre Menschen wurden von Ads ausgeschlossen: Wie konnte das geschehen?

The Markup, eine gemeinnützige US-Publikation, stellte fest, dass Unternehmen durch eine bestimmte Google-Werbeeinstellung nicht-binäre Personen von Kampagnenzielen – einschließlich Job- und Wohnungsanzeigen – ausschließen konnten. Dies geschieht, indem Anzeigen nur an Personen gerichtet werden, die sich gegenüber Google als Frauen oder Männer identifiziert haben. Von dieser Option haben bereits mindestens hundert US-Werbetreibende Gebrauch gemacht. Nicht-binäre Menschen waren sich dieses Ausschlusses und der damit einhergehenden Diskriminierung nicht bewusst.  Nachdem Google darüber informiert wurde, gab das Unternehmen öffentlich bekannt, diese Option zu deaktivieren.

[t3n]

Bumble-Gründerin jüngste Selfmade-Milliardärin

Whitney Wolfe Herd, Gründerin der Datingplattform Bumble, hat mit nur 31 Jahren ihr Unternehmen erfolgreich an der New Yorker Börse platziert. Am Donnerstag listete die Wall Street die Aktie unter dem Kürzel BMBL im Technologie-Index Nasdaq. Während der Ausgabepreis zwischen 37 und 39 US-Dollar liegen sollte, startete die Aktie bei 43 Dollar und schoss innerhalb von wenigen Stunden auf 76 Dollar. Die Gründerin besitzt 21,54 Millionen Aktien und das macht sie derzeit zur jüngsten Selfmade-Milliardärin der Welt.

[t3n]

Die perfekte Welle: Epic-Apple-Streit schwappt über den großen Teich in die EU

Seit letztem Sommer herrschen Spannungen zwischen Epic Games und Apple: Epic ist nicht mit der Vorgehensweise von Apple einverstanden, 30 Prozent der In-App getätigten Käufe einzubehalten – kurz darauf wurde Fortnite aus dem AppStore verbannt [wir berichteten]. Am Mittwoch reichte nun das Softwareunternehmen Kartellbeschwerde gegen Apple ein – diesmal bei der EU-Kommission. Die vorgelegte Beschwerde lautet: Apple nutze die Kontrolle über das iOS-Betriebssystem, um sich selbst Vorteile zu verschaffen und Wettbewerber auszuschließen. Dieser Schritt nach Europa ist Bestandteil eines größeren Plans, den Epic intern „Project Liberty“ nennt.

[Handelsblatt, Golem]

Kuriose Tech-News der Woche

Steve Jobs auf Jobsuche – Ab dem 24.02.2021 wird ein Bewerbungsformular von Steve Jobs aus dem Jahr 1978 zum zweiten Mal versteigert. 2018 wechselte das Dokument bereits einmal für 174.000$ den Besitzer. [Golem]
TikTok fürs Kinderzimmer? – Gemeinsam mit Universal Music entwickelt Lego die App Vidiyo, eine Art TikTok für Kinder. In den kleinen Videos sollen statt tanzenden Menschen, Legofiguren ihre Hüften schwingen. [FAZ]
Klimaschutz durch Atomenergie? – Bill Gates möchte zwei Milliarden US-Dollar in den Klimaschutz investieren. Dabei sieht er den Einsatz von Kernkraft als unerlässlich, da erneuerbare Energien nicht zuverlässig genug seien. [Handelsblatt]
Schweine am Joystick – Eine Studie der Purdue University hat gezeigt, dass Schweine per „Schnauzensteuerung“ einfache Computerspiele absolvieren können. Für jeden Erfolg gab es als Belohnung ein Leckerli. [Golem]