Bist du schon im Clubhouse? – WhatsApp und die Debatte mit der DSGVO – Ein ironisches Lob an die Streaming-Konkurrenz – Look who’s back! – Geoblocking-Eklat bei Spieleanbietern – Zurück in die Zukunft – Amazon will ins Fernsehen

Bist du schon im Clubhouse?

Clubhouse ist die App der Stunde, obwohl sie bereits seit vergangenem Frühjahr existiert. Das liegt vor allem an den beiden Hosts des Doppelgänger-Podcasts - Philipp Klöckner und Phillipp Gloeckler. Sie nutzten eine dedizierte Telegram-Gruppe und traten eine regelrechte Lawine los. Man könnte die App als eine Mischung aus Podcasts, Radio-Talkshows und Twitter-Diskussionen beschreiben, nicht unähnlich dem, was junge Leute als Discord kennen. Sich endlos unterhalten und neue Leute kennenlernen zu können - all das, worin uns der Lockdown momentan einschränkt könnte den aktuellen Hype erklären. Doch es wurde auch schon viel Kritik geübt. Von technischen Einschränkungen bis zum eingeschränkten Nutzerschutz, bleibt vieles zu bezweifeln. Die Frage ist also, ist dieser Hype ein Zeichen für langfristiges Potenzial oder nur die Angst, etwas zu verpassen? [Zeit; OMR]

WhatsApp und die Debatte mit der DSGVO

WhatsApp hat bereits vor Kurzem angekündigt seine Nutzungsbedingungen zu ändern und in Zukunft mehr Daten mit seinem Mutterkonzern Facebook auszutauschen. Geplant war eine Änderung der Nutzungsbedingungen im Februar. Dies sorgte insbesondere in der EU für Aufruhe, und zur Debatte ob Facebook die Daten künftig nutzen darf um seine Werbung zu verbessen. Die EU sieht diesen Austausch als kritisch an und als klaren Verstoß gegen die DSGVO. WhatsApp hat daraufhin seine Änderungen auf den 15 Mai verschoben und betont, dass alle Nutzer verpflichtet seien, den Änderungen zuzustimmen, wenn sie den Service weiterhin nutzen möchten. Ob dies der DSGVO entspricht und WhatsApp die geplante Änderung durchsetzen kann bleibt weiterhin fraglich. [Spiegel]

Ein ironisches Lob an die Streaming-Konkurrenz

Während wir uns im vergangenen Jahr alle gezwungenermaßen in Couch-Potatoes transformierten, stieg die Zahl der Abonnenten von Netflix rasant in die Höhe und knackte im letzten Quartal dann die 200 Millionen! Wie gut es Netflix geht, zeigt im Übrigen auch das ironische Lob gegenüber der Konkurrenz, das Gründer Reed Hastings beim Videogespräch mit Analysten äußerte: „Es ist überaus beeindruckend, was Disney getan hat. Es gibt nun eine Reihe an Angeboten von linearem TV, Videospielen und auch nutzergenerierten Inhalten wie bei Youtube oder Tiktok.“ Netflix als Urgestein der Streamingrevolution gibt sich so leicht arrogant und betont seine Stärke mit dem ironischen Satz: „Wir werden hart arbeiten, unseren kleinen Anteil Bildschirmzeit gegenüber diesen bedeutsamen Mitstreitern wachsen zu lassen.“ [Süddeutsche]

Look who’s back!

Über Monate war Jack Ma, Milliardär und Gründer des Internet-Riesen Alibaba abgetaucht. In einem nun veröffentlichten Video erwähnt Ma mit keiner Silbe, wo er in den vergangenen Wochen gesteckt hat, sondern spricht stattdessen über Philanthropie und verspricht, sich noch mehr als bisher für karitative Zwecke einsetzen zu wollen. Weil Ma ausgerechnet nach der Kritik an der chinesischen Regierung von der Bildfläche verschwunden war, hatte es Spekulationen darüber gegeben, dass er sich ins Ausland abgesetzt haben könnte oder sogar festgenommen worden sei. Die chinesische Zeitung „South China Morning Post“ resümiert: „Jack Ma will ausdrücken: Ich bin nicht weggelaufen. Ich bleibe in China.“ Auch wolle Ma zeigen, dass Alibaba normal arbeite und nicht speziell von der Regierung ins Visier genommen wurde. [Heise]

Geoblocking-Eklat: Stell dir vor, du kaufst Spiele und darfst sie nicht spielen

Valve, Zenimax, Koch Media, Capcom, Focus Home und Bandai Namco: alles große, namhafte Gaming Publisher. Doch dieser Ruf schützt sie nicht vor dem Gesetz – vor allem nicht, wenn es um Verstöße gegen das EU-Kartellrecht geht. Nun werden sie zur Kasse gebeten. Der Grund: Sie sollen Verbrauchern nach Kauf eines Spiels aus einem bestimmten Land einen Aktivierungscode (Key) ausgehändigt haben, der nur innerhalb bestimmter Ländergrenzen funktionierte (Geoblocking). Von diesen Einschränkungen waren rund 100 Spiele aus osteuropäischen Ländern betroffen. Ein Spiel aus Polen oder Ungarn war dann in anderen EU-Ländern nicht mehr spielbar. Insgesamt beträgt die Strafe 7,8 Millionen Euro. [Golem; Spiegel]

Zurück in die Zukunft – Amazon will ins Fernsehen

Amazon im Fernsehen? Gab es bisher nur in Naturdokus oder den Nachrichten. Obwohl Amazon eine der führenden Streaming Plattformen betreibt, will das Unternehmen nun auch im klassischen Fernsehen Fuß fassen und einen eigenen Sender auf den Markt bringen. Unter dem Namen Amazon Prime Live soll es vor allem um die live Übertragung von Sportereignissen, wie der UEFA Champions League gehen. Für Prime Mitglieder entstehen aber keine zusätzlichen Kosten. Bekannt wurden Amazons Pläne, weil der eCommerce Riese im November eine Rundfunklizenz beantragt hat. [Golem]

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