Uber ist zurück aus der Zukunft– Was hat die Deutschen in diesem Jahr am meisten beschäftigt?  Datenverkehr in den Netzen ist sprunghaft um 50% gestiegen – Google in der Kritik – Wann kommt das autonome Fahren ins Rollen? – Studie: Deutsche Gaming-Branche kurz vor Game Over?

Uber ist zurück aus der Zukunft

Uber gab diese Woche bekannt, sich sowohl von seiner Flugtaxi-Sparte als auch von seinen Experimenten im Bereich autonomes Fahren getrennt zu haben. Käufer sind die Startups Joby Aviation und Aurora, die schon vorher als Technologieführer in ihren jeweiligen Bereichen galten. Uber galt bislang als Vordenker-Unternehmen im Mobilitätsbereich, steht in der Coronakrise aber stark unter Kostendruck und will sich die teuren Leuchtturmprojekte nun offenbar nicht mehr leisten. Stattdessen setzt der Ridesharing-Anbieter auf Partnerschaften mit den Käufern seiner beiden Unternehmensbereiche und hat im Rahmen der Verkäufe auch Unternehmensanteile der Startups erworben. [FAZ]

Was hat die Deutschen in diesem Jahr am meisten beschäftigt?

Dieser Frage ist der Suchmaschinengigant Google mit seinem traditionell im Dezember erscheinenden Jahresrückblick nachgegangen. Wie zu erwarten dominierte die Coronakrise. Aber im Laufe des Jahres haben uns auch andere Dinge beschäftigt: von der Feuersbrunst in Australien Anfang des Jahres über das Sturmtief Sabine, das Deutschland im Februar durchgewirbelt hat, bis hin zu den Wahlen in den USA im November. Unter den Top 10 der Google-Suchtrends findet man außerdem unter anderem folgende Begriffe: Wetter morgen, Wirecard, iPhone12, Kobe Bryant und PS5. [t3n]

Datenverkehr in den Netzen ist sprunghaft um 50% gestiegen

Der bayerische Netzanbieter M-net hat seit Beginn der Coronakrise einen unverändert erhöhten Datenverkehr von rund 50% festgestellt. Außerdem entscheiden sich immer mehr Neukunden für einen Anschluss mit mindestens 100 Mbit/s und auch Bestandskunden stocken ihre Bandbreite seit März 2020 vermehrt auf. Dabei soll ein funktionierendes FTTB-Netz (Glasfaser) eine entscheidende Rolle spielen, denn andere Netzbetreiber verzeichneten einen geringeren Zuwachs des Datenvolumens. [Golem]

Google in der Kritik

Timnit Gebru arbeitet nicht länger für Google. Grund hierfür ist ein Paper, dass von Google ohne Begründung abgelehnt wurde. Daraufhin verfasste die Vize-Chefin des Ethical AI Teams Emails, in denen sie zum einen Kompromisse vorschlug um das Paper doch noch zu veröffentlichen und zum anderen den Umgang des Konzerns mit Minderheiten kritisierte. Daraufhin wurde sie nach eigenen Angaben gekündigt. Laut Google hatte aber Gebru die Kündigung selbst eingereicht. Problematisch ist vor allem die Tatsache, dass die Ethik und KI Expertin selbst schwarz ist und dass das Thema des Papers die Reproduktion von diskriminierender Sprache durch KI ist. Google wurde schon öfter für den Umgang mit Mitarbeitern kritisiert. [t3n]

Wann kommt das autonome Fahren ins Rollen?

Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, glaubt, dass sein Konzern schon 2025 ein vollständig autonom fahrendes Fahrzeug liefern kann. Das sagte er in einem Interview mit der Wirtschaftswoche. Dort lobte er auch ausdrücklich den Konkurrenten Tesla. Dessen CEO Elon Musk sprach in einem Interview mit der Welt am Sonntag davon, schon 2021 Level 5 autonomes Fahren, also ohne jegliche menschliche Beteiligung, anbieten zu können. Dass der technische Fortschritt dies bald ermöglicht, ist relativ wahrscheinlich. Was jedoch noch komplett fehlt ist Rechtssicherheit, denn wer haftet bei einem Unfall? Der Besitzer oder der Hersteller? Und auch die Zulassungsverfahren sind, gerade in der EU, langwierig. [tagesschau]

Studie: Deutsche Gaming-Branche kurz vor Game Over?

Der deutsche Brancheverband Game veröffentlichte nun kurz vor Start der bundesweiten Games-Förderung Ergebnis seiner Studie über den Stand der deutschen Gaming-Branche. Demnach befinden sich deutsche Studios auf dem absteigenden Ast: Nachdem der Spiele-Umsatz zwischen 2019 und 2020 um 11 Prozent stieg, waren deutsche Games-Produzenten für dieses Jahr optimistisch. Doch trotz des steigenden Interesses für Games während der Pandemie bleibt der Anteil deutscher Titel auf dem hart umkämpften Gaming-Markt mit 4,9 Prozent auf einem niedrigen Level.

Auch wenn der Marktanteil der in Deutschland produzierten Spiele abnimmt, so ist das Thema Gaming weltweit so gefragt wie nie zuvor. Kürzlich veröffentlichte Youtube einen Jahresrückblick zu seiner Gaming-Sparte. Einige Zahlen im Überblick: Mehr als 80.000 Youtube Gaming Creators erreichten eine Abonnentenzahl von mind. 100.000; mehr als 350 sogar 10 Millionen. Unter den am meisten geschauten Games auf Youtube waren in diesem Jahr unter anderem Minecraft (201 Mrd. Views), GTA V (70 Mrd. Views) und Fortnite (67 Mrd. Views).
[Hier geht’s zur Studie: LINK, t3n, Youtube Blog]

Viele Grüße aus der Redaktion
Finja, Freya, Lara, Linda, Sven und Carl