In-App-Käufe, die darauf abzielen, Videospiele individueller und vielfältiger zu machen – sogenannte Cosmetics – sind bei Entwicklern und Publishern seit einiger Zeit sehr populär. Ein Titel wird seit 2018/19 besonders mit kosmetischen Angeboten und Product Placement in Games assoziiert: Epic Games‘ Free-to-Play Battle Royal Fortnite.

Epic Games hat es zu einer Kunst gemacht, über Kooperationskampagnen Marken innerhalb des Spiels zu platzieren: z.B. als käufliche Skins oder Accessoires (Marvel Avengers, John Wick oder Star Wars). Aufmerksamkeit für den Profit– klingt nach einem Gewinn für beide Seiten. Doch offenbart sich derzeit ein Trend, der zeigt, dass Marken-Kooperationen auch für einen guten Zweck eingesetzt werden können jenseits des finanziellen Profits.

Epic Games kombiniert Marken-Kooperationen mittlerweile mit einer „consumer first“-Mentalität: Neben dem Kampf-fokussierten Battle Royale, bringen interaktive Veranstaltungen die Community zusammen – ein digitaler Waffenstillstand sozusagen: z.B in Form von Live-Konzerten oder eines Kino-Wochenende, an dem Spieler drei Christopher Nolan in voller Länge schauen konnten. Letzteres diente einerseits als Werbung (Nolans Tenet wurde Corona-bedingt mehrmals verschoben), andererseits als Erinnerung daran, wie sich Kino anfühlt.

Durch die Black Lives Matter-Bewegung angetrieben, bot Epic seine Reichweite als Plattform für relevante, wichtige Themen an. So präsentierte Øpus United im Juli einer riesigen Community seine Kampagne We the People, in der sie über Probleme sprachen, denen sich BlPoC in Amerika gegenübersehen.

Seit dem 4. August ist ein neues Spiel in aller Munde: Fall Guys: Ultimate Knockout des Studios Mediatonic. Das Spiel steht Fortnite in nichts nach: 60 Spieler ringen nach dem ultimativen Sieg, indem sie sich durch verschiedene Minigames kämpfen – der Vergleich mit Takeshi’s Castle ist nicht zu bestreiten.

Auch sie bieten Kostüme zur Individualisierung der anthropomorphen „Bohnen“ an. Studio und Publisher streben definitiv Marken-Kooperationen an, doch auf eine ganz andere Art und Weise als manch einer vielleicht erwartet hätte.

Auf Twitter rief der Fall Guys Account zu einem Bidding War auf: Zwei Wochen lang boten Marken auf eine In-Game-Positionierung. Und was sollte mit dem Geld des Höchstbietenden passieren? Dies wird in vollem Umfang an eine gemeinnützige Organisation gespendet -  Special Effects -, die sich für Gamer mit körperlichen Behinderungen einsetzt. Vergangenen Montag gab Fall Guys die Gewinner bekannt: Die Youtuber Ninja und MrBeast boten gemeinsam mit G2esports und Aimlab sage und schreibe eine Million US-Dollar.

Solche Aktionen bringen Entwicklern und Publishern nicht nur eine Menge Punkte auf der Karma-Skala ein, sondern beweisen auch, dass Marken-Kooperationen und Product Placement nicht ausschließlich zur Befriedigung der Profitgier dient, sondern auch Awareness schaffen und Menschen unterstützen kann.