Bis 2030 sollen eine Million Ladesäulen für Elektroautos in Deutschland gebaut werden. Dieses Versprechen geht allerdings nur langsam voran. Aktuell existieren in Deutschland gerade einmal 24.000 Ladepunkte. Zwar gaben Autohersteller wie BMW, Daimler und VW die Zusage 100.000 zusätzliche Ladesäulen beizutragen. Diese sollen jedoch nicht, wie vermutet, an öffentlich zugänglichen Plätzen installiert werden, sondern auf den eigenen Werksgeländen und bei den Händlern. Der Streit um Ladesäulen in Deutschland sollte damit nun in die nächste Runde gehen und die Umsetzung von Elektromobilität in Deutschland sich etwas weiter verzögern.

Wie erfolgreiche Elektromobilität geht, zeigt sich am Beispiel von Norwegen. In Norwegen fährt jeder zweite Neuwagen bereits elektrisch. Einer der vielen Gründe dafür ist die ausgebaute Ladeinfrastruktur des Landes. Norwegen hat dafür extra eine eigene staatliche Firma gegründet, sie heißt Enova und vergibt Aufträge für den Aufbau einer Kette an Ladestationen, die sich durchs ganze Land reiht. Im Schnitt befinden sich alle 50 Kilometer zwei Schnellladesäulen, mit denen man Elektroautos in weniger als einer Stunde wieder aufladen kann.

In Deutschland fahren aktuell nur zwei Prozent der Neufahrzeuge elektrisch, um bis 2030 im Bereich der Elektromobilität „aufzuholen“, muss noch viel mehr geschehen als „nur“ Ladesäulen zu bauen. Deutschland droht die Vorreiterstellung im Automobilbereich an andere Länder wie China oder Norwegen zu verlieren, die viel flexibler auf neue Mobilitätskonzepte reagieren. Aus Kommunikationssicht gießen Diskussionen rund um das Thema Ladesäulen nur noch mehr Öl ins Feuer und hemmen noch etwas mehr den Umstieg auf Elektromobilität.