„Made in Germany – Made by Vielfalt“ - das ist der Claim einer neuen Haltungskampagne von 50 deutschen Familienunternehmen, die sich damit ganz klar gegen Fremdenfeindlichkeit positionieren. Schließlich bedeute 'Made in Germany' nicht 'Made by Germans'. 

Über das Thema Haltung von Unternehmen zu hochpolitischen Themen diskutieren wir in Deutschland schon länger. Richtig ins Rollen gebracht hat die Debatte hierzulande Joe Kaeser von Siemens mit seiner klaren Positionierung gegen die AfD. Lange haben sich Unternehmer, Unternehmen und natürlich auch die entsprechenden Kommunikatoren die Frage gestellt, ob es der Marke und den nackten Erfolgszahlen schadet, sich öffenlich zu (vermeintlich?) brisanten Themen zu positionieren. 

Wir von Hotwire können darauf keine glasklare Antwort geben. Aber auch uns beschäftigt das Thema 'Haltung' schon eine ganze Weile, weshalb wir genauer hingeschaut haben. 

Für unseren Report "Haltung zeigen. Kommunikation in hochpolitischen Zeiten" haben wir Marketing-Verantwortliche, Unternehmensentscheider (gerade auch im B2B-Bereich) und Verbraucher gefragt, wie wichtig es ihnen ist, dass die Unternehmen, von denen sie kaufen, Werte haben, die den eigenen ähnlich sind (und das auch kommunizieren). 

Daraus geht hervor, dass 45 Prozent der deutschen Verbraucher schon mal auf den Kauf eines Produkts oder einer Dienstleistung verzichtet haben, weil ein Unternehmen gegen ihre persönlichen Werte verstoßen hat.

Gleichzeitig geben 80 Prozent der Unternehmensentscheider und fast 70 Prozent der Marketing-Verantwortlichen an, dass sie eine Geschäftsbeziehung mit einem Zulieferer kündigen würden, wenn sich dieser nicht zu einem kritischen Ereignis äußert. 

(Report kann hier heruntergeladen werden.)

Das bedeutet: Unternehmen müssen sich künftig mehr Gedanken über ihre Unternehmenswerte machen und Position beziehen. Bislang haben zwar knapp zwei Drittel der befragten Kommunikatoren keinen Plan (oder nur einen veralteten) Kommunikationsplan für Krisenthemen - aber je mehr Unternehmen sich äußern, je mehr Haltung wir sehen, desto mehr Kolleginnen und Kollegen schließen sich hoffentlich an. 

Und genau deshalb ist auch die Intiative 'Made in Germany - Made by Vielfalt' ein großer Schritt in - wie ich finde - die richtige Richtung.