Von "Neuland" will Angela Merkel nicht mehr sprechen, wenn es um die Digitalisierung Deutschlands geht. Das habe ihr einen "großen Shitstorm eingebracht", so die Bundeskanzlerin auf dem Digitalgipfel in Nürnberg vergangene Woche. "Noch nicht durchschrittenes Terrain” findet sie heute besser. 

So mancher mag da wieder anfangen zu spotten - aber für das Thema des Digitalgipfels "Künstliche Intelligenz" gilt die Bescheibung ganz sicher. Die Unsicherheit war groß, das war deutlich zu spüren. In fast jedem Vortrag hörte man ein "wir dürfen nicht zurückbleiben, der Vorsprung der USA und Chinas wächst". 

Investitionen sind nötig oder gar internationale Großprojekte wie ein "Airbus für KI" (Altmaier), aber auch eine klare Differenzierung: Was kann Europa anders machen als die USA oder China, was besser? Ein ethischer Ansatz in Bezug auf KI stand hier im Kern der Debatte. Während in den USA Privatunternehmen so gut wie alles mit den Daten der Bürger machen "dürfen" und die staatliche Macht in China am 1984-Bürger arbeitet, könnten wir mit einem verantwortungsvollen Weg punkten. 

Der Zielkonflikt ist schnell klar: Ein ethischer Weg muss mit der Gesellschaft ausgehandelt werden. Dieser Weg ist kein schneller. In den USA werden die Regeln im Nachhinein festgelegt, Unternehmen können schon heute intensiv arbeiten. In China bestimmt ein einziger Aktuer alle Regeln, auch das bremst niemanden aus.

Ich kann mich nur wiederholen: KI braucht Überkommunikation. Eine von Anfang an massive, flankierende, informierende, aufklärende Kommunikation kann den Fortschritt auch dort beschleunigen, wo viele Akteure die Rahmenbedingungen erst gemeinsam ausarbeiten.