So - jetzt ist es raus. Auch das neue Gewand, der neue Festival-Charakter konnte die Cebit nicht mehr retten - 2019 wird es keine mehr geben. 

Sehr schade, auf der einen Seite - denn auch trotz rückläufiger Zahlen war die Messe jedes Jahr ein fester Termin im Kalender. Jedenfalls um alte Bekannte zu treffen. 

Aber - obacht, jetzt kommt ein 'Ich hab's doch schon immer gesagt'-Spruch - wir haben das ja schon lange befürchtet und waren uns auch schon vor der diesjährigen Cebit wirklich unsicher, ob es reicht, dem Kind einfach nur einen anderen Namen zu geben, ein bißchen Glitzer draufzustreuen und die Messe in den Sommer zu schieben. (Hier der Link zum alten Post). 

Dementsprechend hält sich unsere Verwunderung in Grenzen. Bloße Stände - auch wenn diese sicherlich Hunderttausende von Euros kosten - und eine starke Sales-Mannschaft vor Ort reichen einfach nicht mehr. Es geht immer mehr darum, Produkte und Lösungen erlebbar zu machen. Das hat die Cebit dieses Jahr nicht geschafft. Auch nicht mit Konzerten und dem Riesenrad. Der Festivalcharakter war theoretisch eine gute Idee - erfolgreiche Shows wie die SXSW feiern damit riesengroße Erfolge. 

Letztlich hat sich:

a) einfach nichts geändert und die Cebit war auch 2018 der sprichwörtliche alte Wein in neuen Schläuchen. 

Noch wichtiger ist aber b) die nach wie vor sehr erfolgreiche Hannovermesse. Besuchte man beide hintereinander, hat man sich - oder zumindest habe ich mich - an sehr vielen Stellen gefragt, wo eigentlich noch der Unterschied zur Cebit ist. 

Was dann auch zu c) führt: Braucht es in Zeiten der Digitalisierung noch eine 'Computermesse' oder ist der 'Computer' nicht einfach schon so ein fixer Bestandteil JEDER Branche, dass die Branchenevents die Digitalisierung bzw. Produkte und Lösungen rundherum schon mit abdecken? 

Und d) stellt sich da nach wie vor eben die Frage, ob es das klassische Messekonzept überhaupt noch braucht.  

Ein Warnschuss ist das Cebit-Aus in jedem Fall. Ewig werden sich die immer gleichen Stände und Gespräche sicher nirgends mehr halten. Und dann müssen sich ganze Vertriebsmannschaften WIRKLICH überlegen, wie sie an ihre Propects herankommen. 

Übrigens: (Disclaimer: jetzt kommt kurz Werbung) wir sind der Meinung, dass Social Selling da heute schon wichtig ist, aber perspektivisch immer wichtiger wird. Wir unterstützen Sie gerne dabei, ein solches Programm aufzusetzen!