Keith Weed, CMO von Unilever, hat Facebook & Google erschreckt: Auf einer Werberkonferenz drohte er, der Werbebudgetgigant, den Netzgiganten mit Abzug. Wie die Financial Times berichtete, könne er nicht mehr guten Gewissens in einem "intransparenten Sumpf" werben, bzw. auf Plattformen, die die "Spaltung der Gesellschaft und Hassreden" mitverantworteten und nicht in der Lage wären, "unsere Kinder zu schützen". Weed wolle in Zukunft auf Plattformen werben, die sich positiv für die Gesellschaft einsetzten.

Eine begrüßenswerte Einstellung, die hoffentlich viele Nachahmer findet. Aber was ist dran an der Drohung, wie leicht lässt sie sich heute umsetzen? Das fragt Achtung-Chef Mirko Kaminski heute auf Horizont.net. Konkret: "Wie sollen Facebook, Google und Konsorten also 'Sauberkeit' gewährleisten? Künstliche Intelligenz ist noch nicht soweit, das zu leisten."

Meine Meinung: Noch nicht, aber bald. Genau wie die großen Programmatic Advertising-Anbieter werden die Plattformen ethisch einwandfreie Werbepakete anbieten müssen. KI in Nischen ist heute schon beeindruckend stark, und wird auch in dem Bereich bald zu guten Ergebnissen führen. Der Nachfragedruck auf Seiten der Werbenden, das Bedürfnis nach Brand Safety, ist zu hoch, als das die Vermarkter dies ignorieren könnten. Wie Banken ethisch korrekte Geldanlagen anbieten, so wird es entsprechende Pakete auch im Werbemarkt geben. 

Leider wird es auch weiterhin "mir egal"-Pakete geben. Hier ist es dann an den Verbrauchern, dieses Angebot so weit es geht zurückzudrängen und die Werbenden nicht aus der Pflicht zu lassen, unsere Gesellschaft positiv zu beeinflussen. Unter dem Hashtag #StopFundingHate findet sich nur eine dieser von den Konsumenten getriebenen Initiativen, die erfolgreich Druck aufbauen.